23.10.2009 Könnten nicht alle Männer Franzosen sein? III

Ich liebe auch die Französinnen. Überhaupt sind sie sehr viel hübscher als die Frauen, die das Bild der deutschen Straßen prägen. Nicht, dass deutsche Frauen hässlich seien, aber die Französinnen, so scheint es mir, achten mehr auf ihr Äußeres, oder um es treffender zu formulieren: Die Zahl derer, die sehr auf sich achten, ist bedeutend größer als ich es von zuhause gewohnt bin.

Die Französinnen brauchen dazu nicht einmal Schminke: Ein paar schwarzer Nylonstrümpfe, ein Rock oder gar ein Kleid, einen passenden Pullover und ein paar schmückende Accessoires; fertig. Nicht zu vergessen die hohen Schuhe. Das Ergebnis lässt sich mit dem französischen Wort «Nonchalant» wohl am besten beschreiben. Es ist cool, aber nicht unterkühlt, sondern einfach elegant. Dazu strahlen sie ein Gefühl der Selbstsicherheit aus, ohne Arrogant zu wirken. Das ist es, was sie schön macht; das und roter Lippenstift.

Ich denke an Mannheim. Wieviele Frauen laufen dort tagtäglich durch die Straßen in der schrägen Überzeugung, schön zu sein. So viele Trainingsanzughosen wie dort werde ich auch auf meiner weiteren Reise nicht sehen, sonst könnte ich meine Eindrücke für reines Glück halten. In Mannheim prägen vor allem Frauen das Straßenbild, die mehr ein trauriges Abbild eines Posters sind. Sie wollen aussehen, wie jemand anderes. Sie können nicht sie selbst sein und dadurch werden sie einer Karikatur ihrer Selbst.

Die Französinnen zwängen sich nicht in zu enge Kleider. Aus irgendeinem Grund wissen sie genau, was ihnen steht und was nicht. Diese Frauen sehe ich auch in Mannheim, keine Frage; aber sehr viel seltener.

Es hängt aber nicht nur an der Kleidung, dass ich die Französinnen so schön finde. Sie haben auch eine positivere Haltung. Während deutsche Frauen vornehmlich mit dem Versuch beschäftigt sind, mit ihren Mundwinkeln Zwei-Kilo-Hanteln zu stemmen, geht man in Frankreich mit einem Lächeln und ohne Sorgen durch das Leben. Nicht, dass sie keine hätten. Nur machen sie sich viel mehr Sorgen über Dinge, die sie ändern können.

Ich nehme mir vor, mich diesem Stil anzupassen. Ich werde die Anzahl schwarzer Strümpfe, Kleider, Röcke und hoher Schuhe in meinem Kleiderschrank erhöhen und mir noch ein paar «abgefahrene» Accessoires leisten. Mein Vorsatz für meine Rückkehr. Aber noch hat die Reise gerade erst begonnen.

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