25.10.2009 Drei Katzen und ein Hallelujah II

Bei George wohne ich im Zimmer seiner Schwester, die sich gerade in den Vereinigten Staaten aufhält. Da sie mit einem Amerikaner verheiratet ist, pendelt sie zwischen Frankreich und den USA. Eine Familie von Reisenden denke ich mir.

George hat drei Katzen, von denen nur eine in mein Zimmer darf, weil sie nicht so haart wie die anderen beiden. Eine hat Diabetes und pinkelt häufiger in die Wohnung. Die dritte ist so schlau, dass selbst runde Türknäufe und Wasserhähne kein Problem für sie darstellen. Aus diesem Grund gilt es, einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten: Die Tür zum Badezimmer, das typisch französisch von der Toilette getrennt ist, bleibt immer abgeschlossen, vor der Tür zur Toilette blockiert ein Besenstiel die Türklinke und wenn ich abends schlafen gehe, schließe ich meine Zimmertür ab, damit keine der Katzen des Nachts herein kann.

Die Wohnung ist so wie ich mir französische Wohnungen vorstelle: Altbau, Stuckdecken, Pappwände mit Papiertapeten. Die Zimmer haben fast schon quadratische Grundrisse wie in einem Barockschloss. Fabiens Zimmer und sein Wohnzimmer liegen zur Straße hin. Die Fenster in diesen Zimmern erstrecken sich vom Boden bis an die Decken. Dahinter führen sie hinaus auf eine lang gezogene Außengalerie. Hier könnte man wunderbare Liebesromane schreiben, denke ich und beziehe mein Zimmer.

Wie die anderen Zimmer auch hat es einen fast quadratischen Grundriss und mitten drin steht ein großes Bett. Nach der Matraze bei Kumar kommt die genau richtig. Ich lasse mich darauf fallen und schlafe sofort ein. Ich hätte nie gedacht, dass eine einfache Zugfahrt – wobei man in Frankreich nicht unbedingt von «einfach» sprechen kann – so anstrengend sein kann. Als ich aufwache, ist es im Zimmer stockdunkel. Ich schalte die Nachttischlampe ein und sehe auf die Uhr: Es ist gerade mal sieben Uhr.

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