28.10.2010 Mit der Gitarre fischen funktioniert prima

Als ich heute früh aufwache, ist niemand in der Wohnung. Wenn er hört, dass ich die Tür zu meinem Zimmer öffne, steckt George meist schon den Kopf aus seinem Zimmer.

«Bonjour. Tu as bien dormi?»

«Oui, merci. Et toi?»

«Oui, je vais bien.»

Heute bleibt es still. Ich kann auch die Katzen nicht ausmachen. Nur Coco liegt in ihrem Sessel im Wohnzimmer. Ich nehme doch einen Schluck Kaffee, packe das Nötigste für den Tag zu Maggie in die Tasche und ziehe los. Maggie auf dem Rücken.

Ich will wieder ans Meer fahren. Heute nehme ich den Bus. Gestern Abend habe ich bereits nachgesehen, wo er abfährt. Es ist mein letzter Tag in Narbonne. Wie schon beim letzten Mal gehe ich zuerst in den Lebensmittelladen und kaufe Proviant ein: Baguette, Käse, Limonade, Milch und ein paar Süßigkeiten.

Das Baguette kaufe ich nie bei dem selben Bäcker. Ich wechsle sie. Denn jeder Bäcker hat ein anderes Rezept, einen anderen Ofen oder eine andere Spezialität. In Frankreich schmeckt kein Brot wie das andere. Ausgenommen sind die Brote in den Supermärkten. Sie kommen aus großen Fabriken, in denen peinlich auf Gleichheit geachtet wird. Ich mag dieses Brot nicht sonderlich. Es ist meistens zu trocken oder zu aufgeplustert. Ein gutes Brot ist ein wenig zäh, mehlig an der Kruste, schmeckt an der Unterseite leicht verbrannt und innen leicht säuerlich. Das Innenleben eines solchen Brotes ist auch nicht ganz weiß, wie es bei den industriell hergestellten Broten der Fall ist. Sie sind ein bisschen gräulich.

Nach dem Lebensmittelladen gehe ich am Kanal entlang, der quer durch Narbonne führt. An der Promenade gibt es einige Restaurants. Ich spaziere die Promenade entlang und erkenne eine Holzfigur, die vor einem der Restaurants steht. Ich erkenne das Kopftuch, die Rasta-Pracht mit den Perlen an den Haarspitzen. Ich erkenne den akkurat gestutzten Schnauz- und Spitzbart. Jacques Sparrow hat einen Papageien auf der Schulter sitzen. Ich widerstehe dem Impuls, ein Foto davon zu machen.

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