01.11.2009 Billy-Jean (Küss den Frosch!)

Es ist vielleicht mitten am Vormittag. Wir schlafen aus. Trotzdem bin ich zuerst wach. Zum einen, weil einer der Katzen wohl eifersüchtig war, weil ich die Nacht auf ihrem Lieblingsplatz verbracht habe. Das feuchte Laken lässt soetwas vermuten. Zum anderen bin ich wach, weil ich einfach nicht mehr schlafen will. So, das reicht jetzt. Es ist genug. Morgane träumt noch. Ich wecke sie nicht, steige in meine Jeans und gehe leise aus dem Studio in den Garten.

Billy ist schon unterwegs. Der kleine ist gerade ein paar Monate alt. Noch unbeholfen und tapsig klettert er auf dem Wellblechdach des Schuppens herum. Er muss von Nicolettes und Jeans Balkon herunter gesprungen sein. Den Weg zum Erdboden findet er trotzdem nicht: Der einzige Pfad führt über die Äste eines Zitronenbaumes. Der Ast wackelt. Billy traut sich nicht, er ziert sich. Ich zeige ihm den Weg. Er traut sich trotzdem nicht. Diese Tapsigkeit ist zu süß.

Irgendwann sind dann auch die anderen aufgestanden. Ich weiß nicht mehr, wie wir den Vormittag verbracht haben. Lang war er jedenfalls nicht gewesen. Nicolettes und Morganes Vater war herübergekommen. Er wohnt nur auf der anderen Straßenseite, wenn man diesen Weg so nennen möchte. Er ist Fotograf und fotografiert leidenschaftlich gerne Hunde und Katzen, die als Menschen verkleidet sind.

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