13.11.2009 – Aux Larmes Après la Bataille

Die Stille, die sich bei dem Frühstück zwischen uns breit gemacht hat, verschwindet, als die Tür zu Felix’ Wohnung hinter uns ins Schloss fällt. Wir sind beide noch sehr verschlafen von der letzten Nacht. Ich will nur ins Bett und schlafen, so müde bin ich.

«He!» ich komme nur ein zwei Schritte weit in Richtung Schlafzimmer, bevor Sébastien mich am Arm packt und festhält.

«Was ich dir vorhin gesagt habe, dass ich Dich liebe, das meine ich ernst.»

«Ich weiß.»

Was sollte ich sagen? Wie darauf antworten? Wie sollte ich entscheiden, ob ich ihn liebe oder Daniel? Oder überhaupt einen von den beiden. Oder beide. Wie soll das überhaupt jemand entscheiden? Was ist Liebe überhaupt? Ich bin ohne irgendein Gefühl. Taub. Meine Gefühlsnerven sind abgestumpft oder auch einfach nur betäubt von Müdigkeit, vom Sex.

«Komm her!»

Jetzt ziehe ich ihn zu mir, wie es vorhin Lise getan hatte. Er sieht müde aus. Auch er hat kaum geschlafen letzte Nacht. Einmal noch durchstreift es ihn. Ich weiß nicht was: Ein Funke Hoffnung? Energie? Begehren? Ich will ihn küssen, ihn umarmen, will seinen Schwanz in meinem Mund. Ich will es. Ich habe mich an dieses Begehren, diese Lust, gewöhnt. Es beherrscht mein Leben. Ich kann nicht anders. Im Dunkeln des Flurs kann ich ihn sehen, ihn atmen, sein Gesicht atmen, seine Haut, diese warme Haut und der warme Hauch, der ihr entströmt. Und er? Nach allem, was ich ihm gesagt habe, nach dieser Enttäuschung darüber, dass ich ihn abgelehnt habe, ihn nicht wollte keimt wieder neue Hoffnung in ihm auf. Er küsst mich, meinen Hals, die Schultern, Arme. Er will sie verschlingen, diese Brüste, die noch unter meiner darauf warten. Ich sehe ihm zu, was er macht, was er aus mir macht. Und ich bin immer wieder überrascht, dass man es auf diese Weise machen kann.

Er schiebt mich in das Zimmer nebenan, ins Schlafzimmer mit den noch immer geschlossenen Stores, die helle Streifen aus Licht auf unsere Körper malen. Im Schlafzimmer zieht er zuerst mich aus, dann ich ihn. Plötzlich scheint ihm wieder bewusst zu werden, dass er mich nicht behalten können wird, dass ich schon morgen abreise, dass ich sein Angebot – ja, seinen Antrag, bei ihm zu bleiben, nicht angenommen, dass ich ihn zurückgewiesen habe. Er lässt von mir ab, weicht zurück. Ich halte ihn zurück bei mir. Ich will nicht, dass er aufhört. Will seine Wärme noch nicht von mir lassen.

«Ich kann nicht.»

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