Der weise Narr

Er nahm den Besen in die Hand. Er griff nach dem Eimer mit dem Putzlappen  und stellte alles sorgfältig nebeneinander vor die Tür. Er prüfte noch einmal, ob er auch alles dabei hatte. In seinem Kopf hakte er die Liste noch einmal Punkt für Punkt ab. Er nahm seinen grauen Kittel vom Haken neben der Tür, warf ihn sich über und sah in den Spiegel neben dem Kleiderhaken:

Da kann ich machen, was ich will. Weiß wird der nicht mehr.

Heinrich seufzte  und griff nach seinem Arbeitswerkzeug.

Er öffnete die Tür, um nach draußen zu gehen. Zur Arbeit. Besen, Eimer und Lappen in der Hand drehte er sich noch einmal zu seinem Zimmer herum und ließ den Blick darin umher schweifen: Die Bücherregale hatte er gestern entstaubt. Das Schachbrett stand schon seit einer Woche auf seinem schmalen Esstisch. Die letzte Partie mit Peter hatte er nicht ausspielen können. Peter hatte vorher gehen müssen. Aber heute Abend wollte er ihn wieder besuchen: “Dann wird zu Ende gespielt.” Um Heinrichs Mund spielte ein triumphales Lächeln. Dann fiel sein Blick auf die Küchenuhr über dem Tisch und das Lächeln verschwand. Heinrich drehte sich um, schloss die Tür und ging zur Arbeit.

Ein Gedanke zu „Der weise Narr

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