11.11.2009 – Hals- und Herzbruch

Der Bahnhof von Toulouse sieht immer noch genauso aus, wie ich ihn vor ein paar Tagen gesehen habe. Ich verlasse das Gebäude, in dem einmal mehr der Strom ausgefallen ist. Die Fahrkartenautomaten fahren sich zum fünften mal hoch, nur um dann wieder abzustürzen. Als ich das letzte Mal hier war, musste ich nach dem Eingang nach rechts zum Busbahnhof gehen. Heute gehe ich geradeaus. Weiterlesen

10.11.2009 – Stand By Me

Genevièves Eltern leben anders, als ich es bisher gedacht hatte. Ich kenne ja bis jetzt nur die Stadthäuser, die meistens alte Altbauhäuser sind, mit hohen Decken und Galerien zur Straße hin. Hier, im Vorort von Toulouse lebt man in Reihenhäusern. Weiterlesen

09.11.2009 – Essen Sie nicht! Seien Sie gesund und schlank!

Geneviève und ich reden viel miteinander, über alles Mögliche: Bücher, Sprache, die Arbeit. Sie arbeitet in einer Art Schulradiosender und studiert nebenbei Kunsttherapie. Sie will Kunsttherapeutin werden. Weiterlesen

09.11.2009 – Von der Henne und dem Ei und von Vertrauen

«Chérie, ich vermisse dich. Wann fährst du nach Toulouse?»
«Ich will morgen fahren, aber ich habe noch niemanden gefunden, bei dem ich bleiben könnte. Meine Suche nach einer Couch war bisher erfolglos.» Weiterlesen

09.11.2009 – Die Eleganz der Provinz

Hier ist wirklich nichts los: Niemand ist auf der Straße, von ein paar Jugendlichen auf dem großen Platz einmal abgesehen. Hier fühle ich mich zum ersten Mal in die Provinz verschlagen – etwas, das mir hier noch nicht passiert ist, ungeachtet der Tatsache, dass die Franzosen alles als «Provinz» bezeichnen, was nicht Paris ist. Das besondere an den Jugendlichen auf dem Grand Place in Castres? Es sind die ersten, die draußen in Sportkleidung zu sehen sind. Das ist mir neu. Weiterlesen

09.11.2009 – «C’est une vieille maison»

Dass es draußen schon lange Tag ist, merke ich nicht. Das Haus ist alt, die Fenster dünn und unter meinen Gästebettdecken ist es wunderbar gemütlich. Vor den Fenstern gibt es Stores, die ich abends schließe, wenn es kalt wird. Denn Wärme kommt hier keine mehr rein, wenn die Sonne einmal untergegangen ist. Im Gegenteil. Sie entweicht wie ein Gefangener, dessen Zellentür versehentlich offen stehen gelassen wurde. Weiterlesen

08.11.2009 – Et maintenant?

Sébastien lässt nicht locker. Wir wollen uns dort treffen, in Toulouse. Als wir vorhin telefoniert haben, hat er noch einmal danach gefragt. Ich kann hören, wie er sich auf unser Rendez-vous freut. Er ist ganz außer sich. Ich dagegen habe noch keine Ahnung, was ich aus dieser Situation machen, oder wie ich aus ihr wieder heraus kommen soll. Weiterlesen

07.11.2009 – Zwei getrennte Leben

Er will mich sehen. Das trifft mich trotz der Möglichkeit, die ich in Betracht gezogen habe, unerwartet. Wo ich unterkommen werde, weiß ich noch nicht: Couchsurfer oder Jugendherberge. Aber was tut das zur Sache? Und mein Freund zuhause, in Mannheim? Plötzlich fängt mein Gewissen an, an mir zu nagen. Weiterlesen

07.11.2009 Un coup de téléphone

Als ich aufwache, steht die Sonne schon hoch am Himmel. Geneviève und Yannick haben mit dem Frühstück auf mich gewartet. Es gibt Kaffee und Milchbrötchen, etwas Marmelade – französisch. Weil heute Samstag ist, geht Geneviève einkaufen. Ich komme mit. Weiterlesen

06.11.2009 – Il fait froid, je veux des crèpes

In meinen Armen klingt Maggies «Hallelujah» von Jeff Buckley – ja, er hat es von Leonard Cohen gecovert und gezeigt, dass ein Cover auch besser sein kann als das Original – tröstend und wärmend. Weiterlesen