26.10.2009 Dingle ist ein Ort im Süden Irlands I

Als ich aufwache steht die Sonne schon hoch am Himmel. Es ist später Vormittag. Ich muss sehr müde gewesen sein denn ich habe lange geschlafen – komatös. Ich stehe nicht sofort auf. Ich bleibe noch liegen. Ich kenne das noch aus Montpellier. Der Raum, die Wohnung fließt in mich ein. Wenn ich endlich das Zimmer verlassen kann, kann ich auch die Wohnung verlassen und schon bin ich mitten in der Stadt. Sie prallt auf mich ein, als würde ich in ein Meer eintauchen.

Vor der Tür stehe ich in der Sonne. Ich habe bei George noch einen Kaffee getrunken und ein Milchbrötchen gefrühstückt. Französisch eben. Auf meinem Rücken hängt Maggie in ihrem roten Mantel. Ich habe ihn mit Dingen bestückt, die ich heute brauchen werde: Portemonnaie, Telefon, Etwas zu Lesen.

Ich gehe wieder in Richtung der Innenstadt. Dort habe ich gestern einen Supermarkt gesehen. Den suche ich jetzt. Ich brauche Proviant.

Die Straßen kommen mir bekannt vor. Narbonne ist eine sehr alte Stadt, was sie mit jedem Haus, den Kirchen und den Straßen zeigt. Der Supermarkt liegt an dem Platz, an dem ein Stück der Via Appia, der alten römischen Handelsstraße, offen liegt. Ich kaufe Brot, Ziegenkäse, Milch und eine Dose Limonade. Heute gehe ich ans Meer und spiele Gitarre.

Von George weiß ich, dass es einen Bus an den Strand gibt. Er muss am Bahnhof abfahren. Ich gehe vom Ausgang des Gebäudes nach links. Dahinter liegt der Kanal. Etwas weiter biege ich wieder nach links. Am Ende der Straße vermute ich den Bahnhof.

Auf dem Schild steht «Narbonne Plage». Hier gehts zum Strand. Ich denke nicht daran, nachzusehen, wie weit er entfernt ist. Es kann nicht so weit sein. Ich werde zwar etwas länger brauchen, aber ich werde ankommen. Mir ist nach laufen.

Es sei nichts interessant am Meer, hatte George heute früh zu mir gesagt. Ich wolle mich etwas ausruhen, habe ich gesagt. Ich wolle etwas lesen, etwas schreiben und Gitarre spielen. Ich sei wirklich müde von den letzten Tagen. Wie man ans Meer kommt, wisse er nicht. Er sei erst ein paar Mal da gewesen und dann sei er immer mit dem Auto hin gefahren. Er erklärte mir den Weg zum Busbahnhof. Ich sah das Schild und zog den Fußweg vor. Ich wusste nur, dass es voran geht.